Kevin steht am Fühlinger See in Köln

Mein Weg zum Ironman: Die Ausgangssituation

Manchmal hat man Gedanken im Leben, die einen nicht mehr loslassen. Bei mir ist es: „Ich will einen Ironman finishen“. Klingt irre. Ist es auch. Auf dem Weg dorthin möchte ich dich mitnehmen, dir von meinem Training erzählen, von meinen Hochs und Tiefs, von Freude, Leid, Zweifeln und dem unbedingten Willen es zu schaffen.

Ironman! Klingt heroisch. Athleten in Neoprenanzügen, auf abgefahren aussehenden Fahrrädern, die eher Raumschiffen gleichen, denen die Qual spätestens auf der Laufstrecke ins Gesicht geschrieben steht. Und die schleppen sich wirklich freiwillig über die lange Distanz? Warum machen die das? Gedanken, die mehr als berechtigt sind. Und dann ist da Kevin, der kleine Bub, geboren und aufgewachsen im Sauerland. Der zwar immer sportlich war, aber leistungsmäßig eher zum unteren Mittelfeld gehörte. Der viele Jahre eher faul auf der Couch gechillt hat, als ein aktives Leben zu führen. Huch, das bin ja ich. Und ich soll ein Ironman werden? Klingt unglaubwürdig. Egal.

Was ist mein Ziel?

Mein Ziel habe ich fest im Blick. Ich möchte beim Ironman 70.3 Kraichgau Anfang Juni 2019 auf der Mitteldistanz über die Ziellinie laufen. Zeit? Nicht wichtig. Bloß ankommen. Im Gesamten sind das 1,9 Km schwimmen, 90 Km Rad fahren und 21,1 Km laufen. In Summe 70,3 Meilen – daher der Name der Veranstaltung. Nehmen wir die einzelnen Disziplinen mal auseinander. Beim Schwimmen möchte ich entspannt durchkraulen und locker in den Wettkampf starten. Aktuell schaffe ich das schon. Allerdings muss ich noch eine Menge an meiner Technik feilen. Dann ist da das Radfahren. Ich habe ein Rennrad – kein reines Triathlonrad. Zur Zeit kämpfe ich mit dem Material. Ich sitze noch zu verkrampft auf dem Drahtesel. Und nach meiner letzten Trainingsausfahrt über 90 Km war ich dermaßen platt, als hätte ich eine Pulle Schnaps in mich hinein geschüttet. An eine weitere Disziplin (und davor noch schwimmen) wäre überhaupt nicht zu denken gewesen. Zuletzt das Laufen, meine Lieblings-Disziplin. Da mache ich mir am wenigsten Sorgen. Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass ich davor schon geschwommen und Rad gefahren bin, wird mir doch etwas Angst und Bange. Naja: Hat ja niemand behauptet es würde einfach.

 

Kevin mit Neopren im Fühlinger See
Stylish: Schwarze Neopren-Pelle, pinke Badekappe und Schwimmbrille. Ach ne, warte mal: Sieht doch eher leicht beknackt aus.

Wie will ich mein Ziel erreichen?

Die Vorbereitung auf den großen Wettkampf-Tag hat bereits Anfang 2018 begonnen. Da habe ich nämlich einen Schwimmkurs gemacht. Kraulschwimmen konnte ich zu der Zeit höchstens 200 Meter. Auf meinem Weg zur Mitteldistanz habe ich bisher nur an Triathlon Sprintdistanzen teilgenommen (500 Meter schwimmen, 20 Km Rad, 5 Km laufen). Dieses Jahr steigere ich die Wettkampf-Distanzen bei insgesamt fünf Veranstaltungen. Wo?

  • Indeland Triathlon – 24.06.18 – Olympische Distanz – 1,5 Km, 48 Km, 10 Km
  • Münster Triathlon – 22.07.18 – Olympische Distanz – 1,5 Km, 40 Km, 10 Km
  • Sassenberg Triathlon – 05.08.18 – Olympische Distanz – 1,5 Km, 44 Km, 10 Km
  • Borken Triathlon – 18.08.18 – Sprintdistanz – 600 m, 28 Km, 7,5 Km
  • Cologne Triathlon Weekend – 01.09.18 – Olympische Distanz – 1,5 Km, 40 Km, 10 Km

 

 

Nach der Saison mache ich mir dann Gedanken über meinen Trainingsplan für Kraichgau. Ich habe da ein schönes Buch im TriMag gesehen, in dem es speziell um die Mitteldistanz geht. Da werde ich mit Sicherheit fündig. Außerdem werde ich mit Crossfit anfangen. Aus einer stabilen Körpermitte sportelt es sich einfach besser. Ich möchte eine Regelmäßigkeit in mein Stabilisations-Training bekommen. Und dann ist da noch die Sache mit dem Rad. Weil das die Disziplin ist, die im Wettkampf am meisten Zeit in Anspruch nimmt, sollte ich hier auch mehr Zeit im Training investieren. Aktuell sitze ich noch zu selten auf dem Rad und habe in Sachen Fahrtechnik noch einiges an Nachholbedarf.

Der Kampf mit dem Material

Ein Thema, um das kein Triathlet herumkommt ist das des Materials. Wo und was kann ich optimieren, damit ich schneller werde? Ein neues Rad, bessere Laufräder, welcher Neopren ist der Beste, lieber ein Trisuite-Einteiler mit kurzen Armen oder ein Zweiteiler mit Langarm? Auf viele Fragen habe ich einfach (noch) keine Antwort. Eins kann ich aber sagen: Mir macht es unglaublich viel Spaß mich damit zu beschäftigen. Dabei geht es mir gar nicht so sehr darum, dass ich am Ende 23 Sekunden auf der Strecke spare. Es ist die Sache an sich. Ich mag es mich mit anderen Athleten darüber zu unterhalten, Artikel zu bestimmten Themen zu lesen und neue Dinge auszuprobieren. Was ich bisher konkret am Material geändert habe? Als Auflieger am Rad habe ich einen V4+ von Profil Design montiert, auf den Sattel Selle Italia SLS gewechselt und mit den Continental Grand Prix 4000S II neue Reifen aufgezogen.

 

Kevin auf seinem Rennrad
Beim Rad an den richtigen Stellschrauben zu drehen spart im Wettkampf einiges an Zeit. Sich damit zu beschäftigen macht einfach Bock.

Außerdem habe ich beim Bikefitting meine Position auf dem Rad verbessert. Für den Winter denke ich über einen neuen Rollentrainer nach. Aktuell habe ich eine ganz alte Möhre für 10€ von eBay Kleinanzeigen mit Direktschaltung. Ich liebäugle mit einer Tacx Vortext im Kombination mit Swift als digitalen Trainingshelfer. Und beim Rad selbst? Tja, da bin ich mir unschlüssig. Soll ein neues her? Ist das nicht übertrieben so viel Geld dafür auszugeben? Und wenn ich mich dafür entscheide, welches soll es sein? Du merkst schon: Hier stecke ich noch in einer Sackgasse.

Wie ich vom Laufen zum Triathlon gekommen bin

Die Entwicklung vom Laufen zum Triathlon war bei mir eine ganz klassische, die viele Läufer so oder so ähnlich durchgemacht haben. Ich habe 2013 mit dem Laufen begonnen, weil ich abnehmen wollte. Aus zehn Minuten am Stück wurden 10 Kilometer. Dann habe ich mich im April 2014 zu meinem ersten Halbmarathon angemeldet. 2017 folgten dann der Marathon in Hamburg und der Berlin Marathon. Und auf dem Weg zu diesen großartigen Zielen hat mich ein Freund angesprochen, ob ich denn nicht mal Triathlon ausprobieren wolle. Gesagt, getan. So bin ich 2016 auf meinen ersten Sprintdistanzen gestartet, 2017 war es eine einzige Sprintdistanz bis ich nun an dem Punkt bin, an dem ich mir den Ironman 70.3 in den Kopf gesetzt habe.

 

Kevin läuft am Rhein
Das Laufen ist meine Lieblings-Disziplin. Auf der Laufstrecke fühle ich mich einfach unendlich frei und beflügelt.

Visualisierung: Die Macht der Gedanken

Was mit schon dabei geholfen hat, meinen ersten Marathon zu finishen, hilft mir auch beim Ironman. Ich kann mir die Situation, wie ich über die Ziellinie laufe so unglaublich realistisch mit vielen kleinen Details vorstellen, dass es sich so anfühlt als würde das gerade wirklich stattfinden. Es gibt beim Ironman so eine Tradition (ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob das bei einem Ironman 70.3 auch so ist – aber das ist auch egal). Überquert ein Athlet die Ziellinie, ertönt durch die Lautsprecher die Stimme des Moderators, der das Zielgeschehen mit dem Mikrofon begleitet: „Name des Athleten, you are an Ironman“. Das hat sich so in meinem Kopf festgesetzt, dass ich schon heulen könnte, wenn ich nur an diese Situation denke. Generell bin ich was Zieleinläufe angeht sehr nah am Wasser gebaut. Ich liebe diese letzten Meter so sehr. Da fällt die Last von monatelangem Training, Qual, Verzicht und Leid von einem ab – einfach großartig.




Was interessiert dich an meiner Vorbereitung am meisten?

Ich werde meine Vorbereitung auf den Ironman 70.3 in einer Serie von Artikeln hier im Blog dokumentieren. Da stellt sich die Frage: Was interessiert dich an meiner Vorbereitung am meisten? Material, emotionale Hochs & Tiefs, Training und Umfänge, wie ich mit Zweifeln und Rückschlägen umgehe? Oder vielleicht etwas ganz anderes? Schreib mir deine Meinung in den Kommentaren.

 

 

Wer schreibt hier?

Ich bin Kevin, leidenschaftlicher Läufer und Laufblogger. Eigentlich wollte ich nur 10 Kilo durchs Laufen abnehmen. Und plötzlich war ich verliebt in diesen wunderbaren Sport. Und ich bin es noch immer – zu 100%.

Kevin mit Laufsachen zeigt den Daumen nach oben

 

 

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Kategorie: Triathlon

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